John Mellencamp

John Mellencamp ist spät erwachsen geworden. Schwere Kindheit, erste Erfolge. Versuchungen erlegen: Schönling, vermeintliches Leichtgewicht, Herzensbrecher. Junges Talent, schnell verkauft. Rock’n’Roller der dritten Generation. Suchend, findend, verloren, einsam und fast vergessen. Einen Herzinfarkt überlebt, wiederauferstanden und seit ein paar Jahren exakt dort, wo er hinsollte. Geschichten aus dem inneren Amerika, hart und genau eingestellte Wirklichkeit. Die Stimme gezeichnet – nicht mehr nötig, auf Whisky und Zigaretten zu machen, da das Leben seinen Teil an Abnutzung besorgt hat. John Mellencamp ist endlich echt, er spielt nicht nur. Nachzuhören auf den beiden letzten Alben, No Better Than This (2010) und Plain Spoken (2014), auch zuvor schon. Blue Charlotte folgt mir auf meinen Wegen unter- und irdisch durch diese Sommertage des guten Jahres 2016. Soeben höre ich No One Cares About Me und muß so sehr lachen, wirklich lachen. T Bone Burnett hat das produziert, einer der weiß, was wirklich los ist in einem Musiker und Sänger. Man kann sich nicht entkommen, und das ist das Beste, was sich über einen Menschen sagen kann. Wer Zugang zu einem Rechner mit Internetanschluß hat, kann sich Authority Song anhören: „I fight authority / authority always wins“. 1984 eingespielt, aber er singt es besser und richtiger in diesen späteren Jahren. Von Mellencamp kommen nun jene Alben, die einst Springsteen einspielte oder einspielen wollte.


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