„Der müden Natur süßes Labsal, balsamischer Schlaf! Ach! er besucht, gleich der Welt, nur diejenigen gern, denen das Glück zulächelt; die Elenden verläßt er; fliegt auf seinen weichen Fittigen schnell vom Jammer hinweg, und – senkt sich auf Augenlider herab, die keine Träne befleckt.
Ich erwache, wie ich pflege, von einem kurzen und unruhigen Schlummer: Wie glücklich sind doch die, welche nicht mehr erwachen! Allein auch dieses wäre vergebens, wofern Träume das Grab beunruhigen. Ich erwache, und komme aus einem ungestümen Meere von Träumen empor; wo mein scheiternder, verzweiflungsvoller Geist von Wellen zu Wellen eines eingebildeten Elends in der Irre herumtrieb, weil er das Steuer der Vernunft verloren hatte. Jetzt hat er es wieder gefunden; aber es ist nur ein Wechsel von Qualen, (ein bitterer Wechsel!) für grausame noch grausamere. Der Tag ist für meine Pein zu kurz! und die Nacht ist, selbst im Zenit ihres finstern Gebiets, gegen die Farbe meines Schicksals, Sonnenschein.“
Edward Young, Nachtgedanken (1742-45)
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