Der Kosmos der Designer, Innenarchitekten und Produktgestalter ist hell und transparent. Die Grenzen der Gegenstände sind deutlich definiert, die Körper fließen nicht ineinander. Wirklichkeiten sind trennscharf geschieden. Das Ensemble der Einzelheiten wird zusammengehalten durch die Positionierung im Licht, das aufspürt und die Makellosigkeit der Exponate vorführt.
Die Schauraumatmosphäre gewisser Wohnungen: als begänne in Bälde die nächste Führung. Jegliche Form ist Behauptung und lädt ein zu Zerstörung oder Spott. Wenn ein kleiner Krümel oder Fleck das gesamte Arrangement zu zerstören vermag, was liegt dann in der Macht einer substantiellen Drohung? Die ausgeleuchteten Räume des Westens beginnen zu langweilen.
Vorgeführtes Leben ist kein Leben, sondern Demonstration. Ich weiß nicht, wer hier wohnt; um einen Menschen wird es sich schwerlich handeln – sagte wer? Sich glücklich zeigende Menschen beugen sich über einen Versicherungsvertrag und strahlen, als hätten sie ihre gemeinschaftliche Glücksformel entdeckt. Vor ihren Fenstern die Ödnis grüner Flächen und weißer Wände.
Musterhafter Jetzt-Tod zu unverschämten Konditionen. Im Bücherregal die Bildbände von van Gogh, auf dem Schreibtisch ein Füllfederhalter mit einer Stahlfeder für fünfhundert sonstwas. Auf dem Balkon das Fahrrad für zweitausendfünfhundert sonstwas. Unten und draußen klauen sie einem alles weg, die Atzen.
Formschön isoliert, ein jedes einzeln in der Vollkommenheit der Definition. Nein, Franziska, hier darfst du nicht spielen.
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