Konkurrenzlos

Das ist das Leben, hätte an der Hauswand stehen können. Ich habe nichts gegen ein eintöniges Leben, ich muß es nur noch lernen. Wenn alles grau ist, werde ich die Grautöne erkennen und unterscheiden; wenn alles hell ist, werde ich einen Winkel finden, in den das Licht nicht immer dringt; wenn alles still ist, werde ich hören, wie die Schneeflocken landen und sich dabei die Kristalle brechen.

Andererseits bin ich nicht so bescheiden. Ich benötige eine Skala, ich brauche ein Versteck, ich werde sonst zum Huhn. Bewegt es nicht den Kopf (ruckartig), kann es nichts mehr sehen, ihm wird schwarz vor Augen. Das Hühnerhirn braucht ständig neue visuelle Reize, sonst schaltet es ab. Auch ich kann abschalten, ich kann mich von meinem Zentrum entfernen und an der Peripherie eine öde Bleibe finden inmitten der anderen Verbannten und Verdammten, in einen Sarkophag klettern mit der Nummer 718, so daß jeder weiß, in welches Stockwerk er aufzufahren hat, um mich dort draußen „bei den Wilden“ zu besuchen.

Jetzt darf ich endlich wieder schlafen. Dann werde ich nicht mehr reden wie ein Suppenhuhn, das sie auskochen; nicht mehr reden wie ein Schwein, das sie mästen und später abstechen; nicht mehr reden wie einer, der sich ergeben könnte. Ich bin nicht tot, aber ich fühle mich so. Ich habe über die Bürger dieses Landes nachgedacht, vier Minuten lang, heute, von 17 Uhr 7 bis 17 Uhr 11. Ich weiß was los ist.


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