Ende der Vorstellung

Heute betet Donald Trump, der über sich keinen Gott duldet, daß sie ihn mehrheitlich nicht wählen. Für einen Hochstapler bedeutet es das Ende, wenn er auffliegt. Im Weißen Haus kann er nicht hire and fire praktizieren, mit den Fingern schnipsen und Befehle erteilen. Was soll er also dort? Als Amtsinhaber müßte er sich in eine Materie einarbeiten, die ihm nicht nur fremd ist, sondern gar nicht interessiert. Wo zum Teufel liegt Belgien, wer wohnt in dieser Stadt? Ginge es um Sport oder Business, da wäre er gern dabei. Aber endlos lange Verhandlungen über Einfuhrzölle oder Rüstungskontrolle, die mühevolle Suche nach Mehrheiten und das ewige Hin und Her in Senat und Repräsentantenhaus – das mag sich niemand freiwillig geben, es sei denn, er gehört dazu. Zur politischen Klasse. Die zermürbt jeden, der nur mal schnell agieren oder hospitieren möchte. Trump müßte versuchen, Diktator zu werden, also die Verfassung zu ändern, sonnenkönigmäßig. Doch dann ließen sie ihn einsperren. Die Show ist aus, er hat versucht, die Nation zu unterhalten, auf seine Weise. Das war der Plan. Wenn sie ihn doch wählen, bekommt er das größte Problem seines Lebens.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Ende der Vorstellung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert