Der ängstliche Wächter (Kerouac 1)

„Nach diesem ganzen Trara (und da war noch mehr) kam ich an einen Punkt, wo ich Einsamkeit brauchte, wo ich diese Maschine anhalten mußte, um nicht mehr zu ‚denken‘ und das was sie ‚Leben‘ nennen nicht mehr zu ‚genießen‘, ich wollte mich einfach ins Gras legen und in die Wolken sehen -“

So beginnt Jack Kerouacs Bericht Allein auf einem Berggipfel. Er bewirbt sich beim Landwirtschaftsministerium um einen Job als Brandwache im Mount-Baker-Nationalpark und verbringt dort oben 63 Tage und Nächte des Sommers von 1956. Sein Aussichtspunkt ist der Desolation Peak, er reinigt die Hütte und glaubt, dort oben schreiben zu können, fern von den Freunden, dem beginnenden Rummel um seine Person, den Partys, dem Alkohol.

Erfahrene Ranger begleiten ihn bis hinauf, dann ist er allein:

„Mitten in der Nacht wachte ich plötzlich auf und die Haare standen mir zu Berge – ich sah einen riesigen schwarzen Schatten in meinem Fenster. – Dann sah ich, daß ein Stern darüber stand, und begriff, daß das Mount Hozomeen war (2465 Meter), der etliche Kilometer weit weg von Kanada herüber zu meinem Fenster hereinschaute. – Ich stieg aus der einsamen Koje, während darunter die Mäuse raschelten, und ging nach draußen und sah mit offenem Mund, wie ringsum die schwarzen Umrisse von Bergen koloßten, mehr noch, wie hinter den Wolken die wogenden Schleier der Nordlichter tanzten. Es war ein bißchen zuviel für einen Großstadtjungen – die Angst, der unheimliche Schneemensch könnte hinter mir in der Dunkelheit lauern, trieb mich zurück ins Bett, wo ich ich den Kopf im Schlafsack begrub. -„


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