An einem Dienstag im grauen Dezember

Aus dem Fenster schauen, nichts denken. Das da draußen nennt sich Spätherbst. Wir sind es gewohnt, das lustlose Grau, das kühle und feuchte Pausengrau, wir wohnen hier. Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, es schön zu finden, wenigstens interessant. Nuancen, Farbtöne, Abstufungen, Helligkeitsgrade zu unterscheiden. Ich übe noch. Nun kommt der Häher und sieht nach mir. Lange her, daß ich ihn zuletzt sah. Auch er wirkt bestürzt und fliegt davon. Nun reißt die Wolkendecke auf und ein zartes und weit entferntes Blau erscheint. Ich höre Schritte über mir. Das Haus ist bewohnt. Die Kaffeekanne zischt, die Tasten der Tastatur geben Geräusche von sich, wenn ich sie berühre, damit Wörter entstehen. Ich sitze hier und notiere, um mir die Zeit zu vertreiben. Heute gibt es keinerlei Dringlichkeit. Dienstage sind besser als ihr Ruf. Sie benötigen ein wenig liebevolle Zuwendung.


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