Hamburg und keine Lektion. Zusammenstöße zwischen Polizei und gewaltbereiten Protestierenden, viel Feuer, viel Wasser, eine Menge entladenener Energie. In hoheitlicher Ferne, abgeschirmt wie damals und ehedem, die „Potentaten“ des Gipfeltreffens, die Mitglieder der „Gruppe der 20“ wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Sie (die Gewählten) verhandeln unter Ausschluß der Öffentlichkeit auf ihrem Hamburger Kongreß die Zukunft der Wirtschaftsverbindungen, treffen Beschlüsse, verabreden Fahrpläne und Rettungsmaßnahmen für dieses und jenes. Viele Millionen Menschen werden betroffen sein und sollten wissen, was die Herrschaftlichen dort treiben. Jede Wahl tauscht Macht gegen Vertrauen. Es ist wie vor zweihundert oder mehr Jahren, der Kongreß tanzt, Kent Nagano dirigiert in der Elbphilharmonie für die Auserwählten das Philharmonische Staatsorchester Hamburg, alle anderen sind draußen und vertreiben sich außerhalb der Sperrzone ihre Zeit. Es geht um alles oder nichts, niemand weiß es so recht. Der berühmte Schwarze Block ist wieder da und schickt seine Kommandos in die Seidenstraßen des Wohlstands, um Feuer zu legen und Zerstörung zu senden. Man hätte die Demokratie niemals eingeführt ohne eine Idee, wie mit ihr zukünftig noch besser zu regieren ist. Das spricht nicht gegen die Demokratie, vielmehr gegen jene, die zu naiv oder zu gerissen sind, sie wirklich zu verstehen.
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