Wissenswertes aus Hamburg

Unruhige Zeiten, sagt ein Freund am Telephon. Ja, sage ich und lenke über auf das Hochwasser in Berlin. Ich habe vor dem Gespräch eine TV-Dokumentation über die drei „blutigen Tage in Genua“ 2001 gesehen und dachte, während ich das sah, an die Proteste in Hamburg und den sogenannten Schwarzen Block, der immer dann Gewalt ausübt und ausüben kann, wenn keine Polizei in der Nähe ist oder in der Nähe ist und seltsamerweise nicht eingreift. In Genua gab es dafür, wie sich später herausstellte, eine häßliche, jedoch einleuchtende Erklärung: Der Schwarze Block wurde von Teilen der Polizei und des Staatsapparates unter Berlusconi inszeniert, munitioniert und instrumentalisiert, um die politische Linke zu diskreditieren und die Globalisierungsgegner nachhaltig einzuschüchtern. Demonstriert nie wieder, wagt es ja nicht! Was in Hamburg geschehen ist, werden wir eines Tages auch erfahren. Als die Autos brannten und die Geschäfte geplündert wurden, war im Schanzenviertel gerade keine Polizei, überall sonst war sie … Das eigene Viertel zu demolieren, sich mit den Bewohnern und Nachbarn anzulegen, ihre Sympathie zu verspielen? Das riecht bis nach Genua. Immerhin haben die Sprecher aus Politik und Polizei Erklärungen parat – doch wer wären sie, hätten sie sie nicht! Sie sagen, es waren die Autonomen und Anarchisten aus den anderen Ländern, Leute, die eigens gekommen waren, um randalieren zu können … Wer braucht eigentlich den Schwarzen Block, das ist die Frage. Der Staatsschutz kann sie sicher beantworten. Jetzt muß man ihn nur noch fragen.


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