Spricht man über Politik, verhärten sich im Gespräch augenblicklich die Fronten, sogar in mir selbst. Etwas sehr Vitales scheint sich auszutragen, als würden Rechte neu vergeben. Von irgendwoher ruft es: Aber ich muß doch leben! Das bedeutet wohl: überleben. Von woanders höre ich: Auch ich bin doch etwas wert … Solches schwingt mit im politischen Gespräch, also stets auch die Sorge und mit ihr die Angst. Des weiteren die Frage, ob ich in der Lage bin, klar zu sehen und das, was ich sehe (was man mir zeigt), zu beurteilen. Daher der Austausch, sowohl der Beobachtung wie auch der Einschätzung. Oft in verkehrter Reihenfolge: erst die Einschätzung, dann die Beobachtung, als Beleg für die eigene Argumentation. Werte werden verglichen und verhandelt, sie sind eingeschlagen in die Phrasen der Zeit. Das Packpapier ist Fahnenseide. Auf einer Fahne steht Freiheit, auf einer anderen Gerechtigkeit, auf einer dritten Gleichberechtigung. Und so weiter. Andere prunken mit Leistung und verteidigen Privilegien. Der Kuchen ist groß, die Ansprüche sind es nicht minder. Wem gehört was und warum? Käme diese Debatte in Fahrt, geriete die Republik ins Schlingern. Wenn nach unten nicht genug durchgegeben wird, kommt das auf uns zu.
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