Ich schnappe nur noch auf

Da ich nicht tot bin, werde ich zuletzt doch gelebt haben, in den letzten Jahren oder seit jenem Einschnitt, der vorgenommen worden sein muß, ohne daß ich es unmittelbar spürte. Da ich nicht tot bin, sehe ich Filme und Filmserien, um zu besichtigen und mir einzuprägen, was es bedeutet zu leben und was diejenigen treiben, die es offensichtlich und vorzeigbar tun. Ich schnappe nur noch auf, denn ich sehe zu viel. Die Namen der Leute, die ich sehe, sind mir egal. Sie werden schon irgendwie heißen. Die Gesichter und Gebärden sind es nicht, die kann ich mir merken, einzeln und losgebunden aus dem Kontext ihres Erscheinens. Ich bin erpicht auf Bilder und gewisse Sätze, auf die springe ich an. Durch sie werde ich durchgereicht in jene Sphäre, die mich mehr interessiert als bloße Handlung. Der Spannungsaufbau ist zum Durchhalten gemacht, durchhalten, um an die Frucht zu gelangen. Die Frucht heißt Erkenntnis. Die Vorsilbe macht den Unterschied.


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