Endlich Dezember. Der November zog sich wie eine Anakonda durch meine beschäftigten Tage und fraß sie einen nach dem anderen in bewußtloser Folge und fast schon auch mich. Nun spuckt sie aus, hat begriffen, daß ich ungenießbar bin und den dunkelsten Tagen zustrebe, um sie zu überwinden. Das wird noch einmal gefährlich, zwischen den Jahren zu stehen, ausgesetzt und wehrlos und ohne den Halt von Termin und Beruf. Das ist schlimmer als Schlittschuhlaufen, das ist fast schon Ertrinken. Georg Heym. Weihnachten wird schön, ich liebe das Feine und Stille am Heiligen Abend, obwohl ich kein Christ bin. Mich interessiert Jesus von Nazareth als Wanderpoet und Visionär. Endlich Dezember, ich bin bereit für den Schnee, die Rückzüge in warme Räume und ruhige Gespräche mit uneiligen Menschen. Es ist ein Aufatmen in mir, als sei ich etwas Neues geworden fast schon über Nacht. Vieles löst sich, und es scheint, wie von selbst. Dabei ist es jahrelang vorbereitet worden.
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