Hamburg, Außenalster. Erinnerungen, wachgerufen durch A Most Wanted Man. Philip Seymour Hoffman und sein zurückgenommenes Spiel. Eine Szene im Park, er steht da und raucht, wartet auf die schöne blonde Fahrradfahrerin. Im Hintergrund die Läufer, die ihre Fitneßrunden drehen, mit ihren Absichten, dem Zweckdenken und ihrer Kleidung. Ausquetschen: den Körper, die Zeit, die Situationen. Ich lief dort auch einst, war reichlich jung und besessen von Vorstellungen meiner selbst und der Welt. Wer niemanden zu quälen hat, quält sich selbst. Dazu passend (gestern) die Frau mir gegenüber in der Schnellbahn, sie schimpfte mit sich, kommentierte ihre eigenen Handlungen. Das geschieht dir recht, flüsterte sie und fummelte eine Zigarette aus der Seitentasche ihrer Steppjacke, kannst ja nicht hören, willst es ja besser wissen, immer willst du es besser wissen. Sie hat sich selbst in Erziehung genommen, ebenso wie die Läufer und ich mich damals. Schuld abarbeiten, sich freischuften. Endlich gut genug sein für die echten Noten, das sind die, die man sich selbst gibt.
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