Rave On

Wenn er die Bar betritt, ist es spät. Es ist derart spät, daß es früh zu werden beginnt – nur daß die Nacht dem Tag zuvor gehört, nicht dem, der auf sie folgt. Er bevorzugt einen Platz am Rand, wählt das vordere oder das hintere Ende der Schankbank, um dort zu stehen, allein und versunken in etwas, das niemand kennt. Er steht wie einer, der ein Geheimnis zu hüten hat, bestellt ein Bier und einen Schnaps, zündet sich eine Zigarette an. Er wirkt scheu und auf eine schöne Weise auch einsam. Vielleicht kann er warten. Manchmal huscht ein Lächeln über sein Gesicht, eine Reaktion, die zeigt, daß er teilhat an dem, was um ihn geschieht und auch laut ist und manchmal billig. Es kommt vor, daß er mit jemandem spricht: leise und die Sätze langsam aus sich heraussuchend, als sei das Sprechen ihm unheimlich oder die Sprache eine Sache, der nicht zu trauen ist. Vielleicht fürchtet er das Verräterische an ihr und daß sie ihn entblößt. Ganz sicher ist er vorsichtig, auch verschreckt. Vermutlich möchte er es richtig machen – doch das geht nicht. Vielleicht muß er noch eine Weile brüten, ehe aus dem Ei etwas schlüpft, das sein Gefallen findet. Er ist der anwesend Abwesende, gedankenverloren sieht er seinen Rauchkringeln nach.


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