Ich sei immer so freundlich, wie mir das gelinge, fragte der Spätkaufbesitzer. Indem ich die üblen Sachen mit mir selbst ausmache, zuhause, sagte ich auf die Schnelle, und meine Mitmenschen nicht mit Launen behellige, wenn möglich. Das ist gut, sagte er, wenn man das kann. Das habe ich von meiner Mutter gelernt, sagte ich, und ist vielleicht deshalb in mir. Wenn es ihr nicht gut ging, zog sie sich zurück und sagte, mir ist gerade nicht nach sprechen. Ich sei doch eher, sofern er das richtig einschätze, ein Misanthrop, bemerkte kürzlich jemand, den ich nicht sonderlich gut kenne. Ein Misanthrop ist jemand, der wenig von den Menschen hält, im schlimmsten Fall zum Menschenhasser wird. Das ist fragwürdig schon deshalb, weil der Hasser sich damit selbst haßt, und aus Selbsthaß oder Selbstverachtung entspringt nur Schlimmes. Fehlt nur noch, daß mich jemand für einen Philanthropen hält. Ganz falsch wäre das nicht, aber auch nicht ganz richtig. Immerhin habe ich ein paar Ideen, was Menschen wirklich brauchen, aus eigener Erfahrung.
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