„Gut schaust du aus.“ Der männliche Blick unterscheidet und klassifiziert. Er ist ohne Gnade, also ohne Liebe. Er erkennt und verkennt, während er zu erkennen glaubt. Blick eines Interessierten, eines Jägers und Fängers, Blick eines Eiligen, eines Menschen ohne Geduld. Der männliche Blick vergleicht, wertet und trennt ab. Das Eine wird isoliert und glorifiziert wie ein Stück Wild, eine kostbare Trophäe. Das Eine bekommt alles, alles andere erhält nichts. Die Freunde sind Jagdgemeinschaft, Abende mit ihnen Beguß. Nur ein oder zwei echte Freunde dürfen ins kostbar und unverstanden schlagende Herz schauen, der Rest wird heruntergekumpelt, in Nichtigkeiten.
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