Schall und Schwall und auch Schönes

Ausklingen lassen: einen Tag, ein Lied, einen Gedanken. Kein Schnitt, kein Übergang. Ausklingen lassen wie die Glocken, wenn sie kein weiteres Mal geschlagen werden. Der letzte Ton schwingt lange nach. Dagegen das schnelle Nachlegen von Laut und Wort, als drohe das Feuer zu erlöschen, als sei nicht Glut genug. Ich muß zugeben: manchmal langweilt mich das Schweigen, es erscheint mir falsch und prätentiös. So geht es hin und her, es gibt keinen Verlaß auf Stimmungen und situationsgerechtes Empfinden. Manchmal sind mir die Redenden und sich Riskierenden lieber als die risikolos Schweigenden, manchmal möchte ich einem Plappermaul eine Serviette in den Mund stecken, wenn der weit genug offen ist. Doch ich selbst bin manchmal das Plappermaul, anderentags hallt es in mir nach, als sei ich die Echokammer anderer Leute Wort. Wir verbinden uns, wir sind begabt für grob und fein, langsam und temporeich, laut und leise. Schöne Zeit. Aber bitte nach dem Auftritt nicht gleich wieder Musik. Laß die Worte sich setzen, wohin sie gehören, nicht wohin der Schall sie drängt. Sonst sind wir im Fernsehen oder Bumsradio, dort wo es ganz schlimm zugeht.


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