Ich denke, daß es gut für mich ist, in Arbeit zu sein. In Arbeit zu sein heißt: daß es gärt und brodelt; daß ich nicht Ruhe gebe und mich ergebe; daß ich guten Frieden mache, nicht den schlechten. Ein schlechter Friede ist Ursache für einen nächsten Krieg. Das findet in mir statt, nicht öffentlich. Die inneren Streitereien entscheiden, die äußeren sind nur ihr Abbild, ins Groteske gewendet. Sich zu bilden bedeutet, ein positives und annehmbares Bild zu schaffen und sich in dieses Bild hineinzuarbeiten. Wenigstens den Versuch zu unternehmen. Das ist ein poetischer Akt, eine Schöpfung, eine Hervorbringung, eine zweite dritte vierte und nochmalige Geburt. Niemand ist fertig, nicht einmal die sogenannte Schöpfung ist fertig, alles gärt und brodelt und sucht und findet, findet nicht und muß weiter suchen, strömt, strudelt, stürzt. So geht das Stufen auf und ab, endlos weiter, fast schon beruhigend. Niemand hat sich, besitzt sich oder jemanden sonst, es gibt nichts Festes. Darin liegt das Vergnügen, in der Bewegung, und sei es, daß einmal Ruhe ist, kurzzeitig und tief. Dieser lange lange Sommer, wie eine Antwort auf unsere Fragen.
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