Dunkle Wolke 4

Zu den unguten Zeichen gehört, eilfertig zu sein oder vor dem Geld auf die Knie zu gehen: die Reichen zu bestaunen, als seien sie sonderer Art; sie zu beneiden, an ihnen Maß zu nehmen; sich auszumalen, wie es wäre, wenn … Geld adelt ebenso wenig wie Armut das vermag. Nach dem Geld zu stieren und zu gieren gilt zu Recht als unedel. Das Ausgezeichnete verträgt sich nicht mit Quantität, wenngleich ansehnliche Mengen dazu tendieren, als Qualität wahrgenommen zu werden. Eintritt in Macht und Vermögen. So wird bezahlt und getauscht: der erkaufte Adelstitel, der frisierte Lebenslauf, die Abzeichen von Bildung an den Wänden und in den Schränken und Vitrinen eines sogenannten Salons. Ungut sind diese Zeichen, da jemand, der frei oder unabhängig sein könnte, Souveranität einbüßt, sich klein macht vor etwas ebenfalls Kleinem (nur daß es sich addieren und multiplizieren läßt) und der Täuschung erliegt, daß die Summe persönlich ist oder zählt. Das tut sie zwar, aber bestenfalls vor der Bank. Was wirklich „zählt“, davor fürchten sich die Quantitativen, denn es limitiert ihr Spiel. Das hat nichts mit Idealismus zu tun, denn die Materie ist im Gegensatz zur Idee gänzlich ohne Schuld.


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