Der unbedachte Ort – diese tristen Reihen bodennaher Grabsteine in Kippstellung, Name drauf, Geburts- und Todesdatum drauf, darunter die Eckdaten des „Völkerringens“ – das macht benommen. Ich weiß nicht, ob der Neue Garnisonsfriedhof mit seinen mehr als siebentausend Toten eine Beachtung findet. Ich lief fast zwanzig Jahre an seiner geöffneten Pforte vorüber, hatten einen flüchtigen Blick, nichts zog mich hinein. Dort liegen nicht die friedlich Entschlafenen, dort liegen die Erstochenen, die Zerschossenen, die Zerfetzten, die Zerteilten, die Zerbombten, die Verbrannten, die Verbluteten, Regiment für Regiment, Funktion für Funktion, und wer als Stein gewordene Erinnerung oder Ermahnung in Kippstellung oder Sitzliegehaltung in einem steinernen Rahmen auf dem Boden liegt und moosbedeckt ist, war Schütze Arsch, einer von Tausenden. Das dankbare Vaterland.
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