Das Nervenzehrende der letzten beiden Jahrzehnte ist offenkundig. Die Anschläge auf die Türme des World Trade Center und das Pentagon, the war on terror, Afghanistankrieg, Irakkrieg, Somalischer Bürgerkrieg, Finanzkrise, Arabischer Frühling, Bürgerkrieg in Libyen, Bürgerkrieg in Syrien, Militärputsch in Ägypten, griechische Staatsschuldenkrise, Fukushima, Krimkrise, Flüchtlingskrise, Attentate und Selbstmordkommandos, zuletzt Christchurch, Neuseeland, ein durchgeknallter Australier mit Helmkamera auf seinem Ego-Shooter-Trip in die muslimische Gemeinde, 50 Tote, keine Feinde, alle unbewaffnet. Streßreaktionen, Gewaltausbrüche, Entladungen von Haß und Hoffnungslosigkeit. Die Welt ein Tollhaus der Angst, Globalisierung des Schreckens. Massenhafte Verbreitung von Sinnlosigkeit. Das obszöne Aufstapeln von Geld, die Forbes-Liste der Reichsten der Reichen, Luxusyachten, Urlaubsparadiese, Billigflieger, Schnäppchenjäger, Abstiegsängste, Jobverlust und Niedergang, Obdachlose liegen vor den Kaufhäusern auf Pappen und betteln sich durch die Kälte. Wer nach Verhältnismäßigkeit sucht, hat gut zu tun. Das Gehirn wiegt diese Nachrichten aus, sortiert und bewertet sie. Die sensiblen Sinne zählen die Einschläge und messen die Distanz zur eigenen Position. Was kann man tun, was sollte man lassen? Was heißt heutzutage handeln? Ein jeder ruhig an seinem Ort, nur daß es so schwer ist, ruhig zu bleiben, beunruhigt wie ich bin.
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