Hier in Berlin ein paar Jahre

Als ich aus dem U-Bahnschacht stieg, wußte ich, wie es klingt: das Lied meines prosaischen Lebens. Harte und lautere Aussagesätze, scharf und schneidend wie ein gutes Messer. Den Firlefanz fort, die Girlanden herunter, kein Schnickschnack. Poesie des aufgehobenen Zweifels, Poesie der Selbsterkenntnis. Zeit für ein neues Lied in den Varianten erhellender Gegebenheiten.

Um mich strömten sie ihren Verabredungen zu, aufgedonnert und aufgeregt, stürmten zur Bühne eines aktuellen Dramas. Das gab dem Abend etwas Schillerndes, verlieh ihm den Glanz von Erwartung und Sehnsucht. Wir warteten auf der Verkehrsinsel auf das grüne Ampelmännchen, neben mir standen Französinnen – wenige Minuten zuvor hatte ich erneut in Henry Millers Land der Erinnerung gelesen, seiner Liebeserklärung.

„Daß mir Frankreich Mutter, Geliebte, Heimat und Muse geworden war, merkte ich erst spät. Mich hungerte so sehr, nicht nur nach dem Körperlichen und Sinnlichen, nach menschlicher Wärme und Verständnis, sondern auch nach Inspiration und Erleuchtung. Während der dunklen Jahre in Paris wurden all diese Bedürfnisse gestillt.“


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