Früher – noch vor drei Jahren – bangte ich Ende Juni, ob sich ein stabiles Hochdruckgebiet über Mitteleuropa aufgebaut haben könnte. Sonst gab es einen verregneten Sommer, wechselhaft und kühl. Manchmal gab es zur Versöhnung ein paar warme und freundliche Tage Ende August, Anfang September. Das war kein Sommer, sagten die Leute, denn unter Sommer verstanden sie das, was jetzt los ist. Wie waren die Sommer meiner Kindheit? Durchwachsen waren sie, mal so mal so. Zweiter oder dritter heißer Sommer in Folge, ich bin kein Freund vorschneller Alarmierung. Es könnten kühle, regnerische Sommer folgen. Wir wissen nicht genug vom Ganzen, um die Entwicklung der Teil- oder Untereinheiten vorherbestimmen zu können – selbst wenn wir das möchten. Was wir möchten und was wir denken und wie wir uns etwas zurechtlegen, steht in einseitiger Relation zu dem, was wirklich ist und geschieht, und affiziert die Wirklichkeit nur insofern, als zu ihr auch das Gerede gehört, das Gemurmel, die Wunschinterpretation, die Selbstbestätigung.
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