Eine ernste Frage beschäftigte uns gestern: Wie kann es sein, daß das Leben eigentlich wunderschön und reich ist, aber andauernd, zäh und wirkungsvoll daran gearbeitet wird, es zu einer nervtötenden und manchmal sogar verabscheuungswürdigen Angelegenheit zu machen? Gibt es die Feinde des guten Lebens? Woher kommen sie, was treibt sie um? Andererseits läßt sich Leben nicht zerteilen: sich nur das Gute nehmen … Wohin mit dem Rest? Leben ist keine Sache, wohl auch keine Angelegenheit, sondern noch Mysterium. Während ich lebe, erlebe ich Leben. Wie sie es hier eingerichtet und zugerichtet haben, betrachte und bestaune ich – als hätte das wenig mit mir zu tun. Andererseits fordern sie mich ein, rekrutieren mich, benötigen. Ich weiß noch immer nicht, wie ich mich dazu verhalten soll, bin auch nicht ganz sicher, wer sie sind. Sie – die Feinde des guten Lebens?
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