Manchmal träume ich davon – wachen Sinns, metaphorisches Träumen, eher ein Wünschen – noch einmal: Manchmal träume ich davon, alles sagen zu können, und ALLES, was ich sage, ist ENTLASTEND. Soll doch jeder mal durchatmen und sich FREI fühlen – wenigstens fühlen, wenn schon nicht sein. – Wenn ich mir nur vorstelle, daß sich durch mich jemand belastet fühlt, entsetzt mich das. Ich mag nur freie Menschen, die unfreien strengen mich an. Ich will in keine Enge, nicht in eine Hundehütte, auch nicht in einen Zwinger. Obwohl ein Zwinger schon recht groß ist und ich im Kreis laufen darf und auch bellen, wenn jemand sich dem Areal nähert. Aber kaum jemand möchte frei sein, fürchte ich. Freiheit ist der überschätzteste Wertartikel unseres gemeinsamen Sortiments, Freiheit ist ein abgelutschtes Bonbon. Jeder sucht eine höchsteigene Gefangenschaft, und ich verstehe das auch. An wen oder was würde ich mich binden? Ich frage mich das ernsthaft, denn die Zeiten sind unruhig wie immer.
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