Das große Ganze, das uns

Manche erinnern sich an eine unbeschwerte Schulzeit – die Glücklichen. Sie werden auch später den Institutionen trauen können. Ich habe andere Bilder. Da stehen wir wie kleine bunte Idioten in langer Schlange vor der Treppe zum Schulgebäude, wenige Stufen nur, immer zwei nebeneinander, die sich an der Hand fassen sollen, und warten auf das Signal eines Lehrers (Gesicht und Name vergessen), um geordnet in unsere Klassenzimmer zu gehen (nicht zu stürmen). Es gibt die Klassen 1a bis 1c, ich bin 1b. Von meiner unglücklichen, mit dem Schlüsselbund werfenden, weinenden Klassenlehrerin habe ich bereits berichtet. Dazu die Sport- und Turnstunde, die brutalen Geräte aus Holz, Leder und Metall, die Seile, die Matten, die Medizinbälle, der Geruch der Halle. Zum Glück war ich sportlich. Dennoch: unfaßbare Melancholie beim Blick hinauf an die Decke und durch die hohen Fenster nach draußen, gegen Ballbeschuß aus Glasbausteinen gefertigt. Das Helle dahinter war die erstorbene Freiheit. Die Umkleidekabinen, Schreckensorte lieblos gehetzter An- und Auskleideszenarien. Ich werde über Schwimmbäder zu schreiben haben, nacktes Fleisch und Fliesen. Eines Tages der Beschluß – ich muß aufs Gymnasium. Ich werde nie wieder spielen können und meine Schulkameraden verlieren, und sicher bin ich gar nicht gut genug. Die Schule ist ein Ort der Ängste, doch ich gebe bereits an dieser Stelle (ich bin nun in der Fünften) meine Argumentation auf. Man gerät in die Verwertung, das ist es.


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