Ohne Gewicht?

Ob ich eine unbeschwerte Kindheit gehabt hätte, wurde ich gefragt. Ein jeder nehme doch an, eine solche erlebt zu haben, damals hinter der Zeit, weit jenseits dessen, was später dann als der Ernst des Lebens ausgewiesen wird. Also habe ich nicht lang nachgedacht, sondern schnellstmöglich und ehrlich geantwortet. Nein, ich kann mich an keine unbeschwerte Kindheit erinnern. Ich war schwer von Sorgen, litt unter Alpträumen, machte ins Bett. Dazu kamen Ängste und Schuldgefühle. Ich war Katastrophiker, ich spielte Unglücksfälle und Todesarten durch, mal traf es nur mich, mal die ganze Familie. Ich sah während der Spazierfahrt durch den lauschigen Buchenwald jenes Baumindividuum, das auf uns stürzen würde. Ich sah das Warnschild Vorsicht Steinschlaggefahr und wußte, es gilt uns. Wunder und Schrecken des Lebens. Ich lebe so gern, daß ich schlucken muß, und weiß am Körper, daß es nicht selbstverständlich ist. Unbeschwert war noch nichts in meinem Leben. Keine Ahnung, wovon die reden. Vom Paradies, nehme ich an. Die Pubertät war fast noch schlimmer. Rätselhafte Sache, das mit den Mädchen, dem Küssen und der Liebe. Unbeschwert? Ich höre auf, muß kurz mal lachen.


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Ohne Gewicht?

Ein Gedanke zu „Ohne Gewicht?“

  1. L.L. schreibt:

    Im Haus, da ist ein Krüppelchen.
    Hält in der Hand ein Knüppelchen.
    Hält einen Goldsack voller Zähn.
    Es zahlt dir zwei, es zahlt dir zehn
    Damit nur keiner was erwähn.

    Das war ich.

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