Eine Unberührbare und ihre griffigen Freier

Aber wer ist sie – die Politik? Das ist die Ansammlung derer, die etwas bewirken wollen, etwas machen. Vermutlich nicht die Schlimmsten, die hierzulande in ihr unterwegs sind, vermutlich auch nicht die Besten. Leute wie du und ich. Menschen, die in Gremien sitzen und viel aushalten können. Menschen mit einem Drang zu Veränderung und Mission. Begabungen, Talente, Befähigungen. Wer etwas machen will, benötigt Macht. Macht ist für mich ein wertfreier Begriff; ich bin nicht gegen Macht, nur weil es sie gibt. Ich wehre mich gegen Macht, wenn sie mich bedrängt. Ich verzichte auf Macht, wenn ich damit jemand anderen bedränge (sofern ich es bemerke). Das zeigt bereits, daß ich für Politik völlig ungeeignet bin. Mir fehlt auch die Überzeugung. Ich bin nämlich nicht überzeugt davon, daß ausgerechnet ich weiß, was für andere (am besten gleich für alle) das Beste ist. Ich weiß es ja kaum für mich selbst. Wer zu viel zweifelt, verwirkt in der Politik sein Bleiberecht. Man muß das nicht beklagen, nur verstehen. Es geht dort nicht um Wahrheit, nur um eine jeweils gültige Version und ein Arrangement mit ihr.


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