Dieser Tage fährt alles tiefer hinein. In die Knochen, ins Mark. Spürbarer wird noch, wessen ein Mensch bedarf. Jeder für sich. Schwierig ist die Situation auch dadurch, daß wir uns nicht werden einigen können, ob dies eine große Krise ist oder nur eine kleine. Beide Seiten des Grabens haben Argumente. Verläuft er durch die Person, wird sie Kräfte lassen. Wie erleichternd mag es sein, einen bloßen Auges erkennbaren und bekämpfbaren Feind gegen sich zu wissen. Und vielleicht findet ja ein Austausch statt, und die Kampfbereiten suchen sich Konkreteres, phänomenal Größeres, physisch Angreifbares. Die Menschheitsgeschichte bietet sicher Beispiele solcher Objektivierungsbemühungen angesichts einer eher schon abstrakten Bedrohung, eines lediglich vermittelten Schreckens. Längst haben sich Lager gebildet, die sich darüber erhitzen, ob es überhaupt einen Feind gibt und welchen Namen er trägt. Das ist der allgemeinen Anspannung geschuldet. Was tut wem am meisten weh? Wir sollten einladen auf das Feld der unbegrenzten Träume und dort einen Kongreß der Klagenden und Fragenden einrichten. Soll ein jeder doch sagen, was ihn ängstigt und quält. Und nicht auf den anderen zeigen und denken, man selber habe recht. Daß das nicht der Fall ist, zeigt doch schon die eigene Vergangenheit.
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