Gestern begegnete mir einer, der hatte bereits umgeschaltet, der sprach zu sich selbst. Er kam aus einem Amtsgebäude und diskutierte sein Anliegen, als er mir im Säulengang entgegenkam: Das können die doch nicht machen; ich habe Ihnen bereits dargelegt, daß der Sachverhalt ein völlig anderer ist; das habe ich auch gedacht, doch dann belehrte man mich eines Besseren. Ich hatte es eilig, sonst hätte ich ihn ein Stück begleitet. Nicht daß mich solches Gerede interessiert. Aber es ist traurig, wenn niemand zuhört. Die Wörter landen so im Nichts, falls es das Nichts gibt. Wenn es das Nichts nicht gibt, ist es weniger schlimm.
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Lieber Holger, ich „höre“ Dir zu. Es ist ein ständiger intensiver Strom, der mich fasziniert. Der Mann im Amtsgebäude aber auch viele ins Selbstgespräch, in die endlose Simulation eines Dialogs versunkene Menschen, die mir auf der StraÃe auffallen, erinnern mich an die Selbstgespräche des Franz Bieberkopf. Döblins Roman noch einmal erneut mit dem Blick auf diese Selbstgespräche gelesen, würde viellicht mehr Aufschluss geben über unseren Zustand als alle sozialpsychologischen Studien der Gegenwart. Herzlichen Gruà Othmar