Gebet 2

All das mag zählen und notwendig sein – doch es erklärt nichts. Man kann rechtschaffen beten und sich leer dabei fühlen, die Knie aufschürfen vom Rutschen auf den harten Fliesen oder Bodenplatten. Hinreichend und imposant die Augen aufwärts verdrehen. Mit Gebeten ist wenig getan. Es gibt keine Rezeptur für das Gelingen eines haltbaren Textes, bestenfalls eine Basis. Von dort beginnt der eigene Weg, in die Welt als erlebnishaft geteilte Wirklichkeit, und in die Sprache, diese Schattenwelt, die nichts wäre ohne jene erste Welt, die herumstehen muß (objektiv), ungeklärt und unbenannt, aber gegenständlich genug ist dem Licht, das sich respektvoll erweist, nicht durch diese Objekte hindurch zu leuchten und sich vollends zu verbreiten, sondern ihnen Raum gewährt hinter ihrer eigentlichen Anwesenheit oder Gegenständlichkeit. Das ist das Wunder, auch das der Sprache.


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