Lange schon da

In dem Spielfilm (als handelte es sich um ein Spiel, nur um ein Spiel) Schäfer und Schlachter sieht man den Anwalt des Angeklagten nach der Verhandlung durch den leeren Gerichtssaal gehen. Nach der Verhandlung ist vor der Verhandlung, das Gericht hat sich vertagt. Er streicht die Tische und Stühle entlang, begibt sich auf den Platz, an dem eben noch der Angeklagte, sein Mandant, stand. Die nächste Runde des Kampfes steht bevor, der Anwalt weiß nicht weiter. – So muß man es halten, wenn es um etwas geht. Lange vor den anderen da sein, nach ihrem Gehen bleiben. Den Raum ausschreiten, den Raum verstehen. Vertraut sein mit seinen Gegebenheiten, vertraut sein mit den Gegenständen und deren Abständen, auch mit dem Licht und der Belüftung. Fühlung aufnehmen mit allem, was in diesem Raum ist, das Schlachtfeld in- und auswendig kennen. Die Kraft des Raumes aufnehmen, sich mit ihr verbünden (auch wenn sie schrecklich ist) und sie auf der eigenen Seite wissend. – Deshalb doch berührt man einen Tisch, auch den verstellten Stuhl, sogar das Blatt am Boden, das von einer Schuhsohle in den Saal getragen worden ist. Blatt eines Baumes.


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