Versprichst du mir, daß du sagst, was du siehst! – Ich hol‘ dich da raus, versprochen! – Alles wird gut, versprochen. – Versprich‘ mir, daß du schreibst! – Kannst du mir versprechen, daß du sie nicht siehst? – Ich hab‘ dir nie einen Kleiderschrank/Rosengarten/Swimmingpool versprochen.
Fast schon unausgesetzt versprechen sie – in Filmen und Serien, die ich sehe, weil ich mir abends aufgezeichnetes Leben reinziehe aus Ermangelung sonstiger Begegnungen oder Treffen. Ich beschwere mich nicht. Aber Filmversprechen, die Vertrauen einfordern, fallen mir auf.
Ihr müßt nicht dauernd was versprechen! möchte ich den Protagonisten und Antagonisten und den Nebenrollen zurufen, den Drehbuchautoren und Regisseuren. Hört alle auf zu schwören! Das macht verdächtig und weist darauf hin, daß ihr es ansonsten nicht genau nehmt mit der Wahrheit. Warum eigens betonen, daß man es so meint, wie man es sagt? Ist das derart bemerkenswert? Hinter der Sprache kann sich niemand verstecken. Dennoch wird das geglaubt. Eigenartig.
Treueschwüre in den Diktaturen. Liebesschwüre aus bestem Glauben. Eide auf ein Gebilde, das eine Idee verkörpern soll. Feierlich tritt die Pflicht in die Arena der Freiwilligen. Anders herum: Feierlich treten die Freiwilligen in die Arena der Pflicht.
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