Unter dem Wind, im Wind und darüber

Es hat geweht und geweht. Dieser idiotische Wind. Doch über dem Wüten und Wehen standen nahezu unbewegt die großen Wolken. Die Wolkenschiffe, die Wolkenspeere, die Wolkentiere.

Auf der Weide sehen sie aus wie Findlinge oder zusammengekarrte Feldsteine, doch beim Näherkommen wird deutlich, daß es Schafe sind, die sich zum Schutz vor dem nicht nachlassenden Nordwestwind ins Gras gekauert haben, dicht an dicht. Der Wind geht über sie hinweg, sie wissen das seit hunderttausend Jahren.

Scheinsanftes Ostern – denn es waren die Tages des Windes. Die bodennahen Luftmassen in heftiger Bewegung, ungestüm und mitreißend – mit sich fortreißend auch das Abgestandene und den Schmutz der Straßen und den Blödsinn im Kopf.

Der idiotische und nichtswissende Wind und sein Osterzug 2021 im Jahr eins nach Beginn der Virus-Krise.


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