In großen und weitverzweigten Familien sind die Treffen der Cousins und Cousinen ein großes Erlebnis. Während die Elterngeneration beisammensitzt und fabuliert, erstaunen sich die Jüngeren an Geschichten ihrer Ähnlichkeit. Wie gut es tut, verstanden zu sein. Aufgetischt werden die verschwiegenen Themen der Eltern und Großeltern. Es umgreift die blutsverwandte Gemeinde, wenn sie jung ist, eine tiefschöne Illusion der Freiheit des Wissens. – Ich erinnere mich gut an solche Treffen, sie waren Labsal und Trost und spendeten Gewißheit: Ich bin hier durchaus nicht verloren. Hier: auf Erden, in der Familie. Mir fehlt nur manchmal die Unterstützung. Aber es ergeht wohl allen so. Dann tauschen wir Adressen aus und wollen uns melden, aber endlich geschieht fast nichts. Ist vielleicht nicht nötig, schaffen wir nicht. Kein Makel.
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