Auf der Kippe 2

Die eigene Mitte ist gewiß nicht die der Gesellschaft, hat mit ihr aber einiges gemein. Die Mitte der Gesellschaft, von Publizisten und Politikern oft bemüht, ist eine metaphorische Größe, ein Nichtort, ein notwendiges Phantasma. Immerhin eine Idee. Die eigene Mitte ist jenes Zentrum, das die Außenpositionen und Extremneigungen integriert und organisiert. Sie ist die regierende Herrschaftsmitte des Individuums. Nicht selten habe ich mich selbst bereits als Staat empfunden, belustigt, und die einzelnen Ministerien benannt. Ich kann das später einmal ausführen. Es geht um Selbstbeherrschung und Selbstherrschaft, und von diesem Punkt aus gerät man ins Politische, also Gemeinschaftlich-Kollektive. Nicht nur der Einzelne, auch die Gesellschaft leistet unaufhörlich Integrationsarbeit. Deshalb ächzt es in mir, deshalb ächzt es außerhalb meiner im Ganzen und Größeren. Die Austauschprozesse laufen unaufhörlich ab, beschleunigen sich, angetrieben von Vorfällen und Ereignissen, Abgleichungen müssen vorgenommen werden. Dann steht mit einem Mal die Zeit — Spiel mit Größen, aber es geht um Leben.


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