Es pochen die Motoren

Wie ein Geschenk des Himmels, dieser Regen. Möge es tagelang regnen, die Erde ist durstig. Nicht zerstörerisch regnen, heftig und laut, vielmehr anhaltend und fruchtbar. Das Maß bestimmt den Wert der Dinge. Ich sitze im Trockenen und höre zu. Das Ende des Monats Juni ist gekommen. Früher um diese Zeit, ehe die heißen Sommer sich häuften, bangte ich, ob sich ein stabiles Hochdruckgebiet über Mitteleuropa etabliert haben könnte. Wäre dies nicht der Fall, hätten wir einen verregneten Sommer zu vergegenwärtigen. So war es meistens in diesem Früher, das noch bis in die „Nullerjahre“ reichte. Mal beobachten, wie es weitergeht. Große Theorien und Ideen liegen über allem, was ans Wetter anschließt. Sie tragen bei zur apokalyptischen Stimmung. Die ablaufende Uhrzeit als Metapher, mit fünf vor zwölf stieg ich in mein bewußtes Leben ein. Mag sein, der Wecker schrillt. Aber er schrillt seit vierzig Jahren. Wer hat ihn gestellt, wer macht ihn aus. Stets der Mensch. Ich bin Mensch. Ich hasse Wecker, ich meide Uhren. Ich mag den Regen, ich mag die Fruchtbarkeit und die Verschwendungen der Natur. Ich denke, daß die Erde ein großer Garten sein kann, wenn wir uns zurücknehmen und bescheiden. Der endlose Konsum obliegt den Unglücklichen. Großes Aufbrausen der Automobilwerbung in den Werbepausen dieser Fußball-Europameisterschaft, bald nur noch Elektroantrieb. Weiter wie bisher, nur anders. Paradigmenwechsel innerhalb der Systemlogik, grün glitzert der neuerlich gerettete Kapitalismus. Prima Klima hieß eine Westberliner Band der beginnenden Achtziger. Alben: Das Wetter ist für alle da (1981) und Nie wieder einsam (1983).


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