Wie würde ich mein Leben erzählen, wenn ich es müßte? Ich begänne im Hier und Jetzt, so wie ich früher oft Briefe begonnen habe, um hineinzukommen ins Sprechen und Erzählen. Erst das Unmittelbare, dann das weitere. Es ist, was Leben heißt, immer der Augenblick. Alles „Angesparte“ und Aufbewahrte trägt sich in diesen Moment und bewahrheitet sich – ob das für andere oder auch nur mich selbst sichtbar sein muß – nein, muß es nicht. Aber es ist da. Man kann deshalb nicht mit der Geburt beginnen, auch wenn wir dabei gewesen sind. Selbst die Kindheit wird überschätzt, las ich heute. Als ich Ende zwanzig war, rettete mich ein Gedanke: Wenn der letzte Tag meines Lebens gut ist, wird es mein Leben gewesen sein. Wirklich sicher ist nur das Jetzt, immerhin steht es mittlerweile auf breiteren Schultern.
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