Aus dem Zusammenhang 176

„Der Tod ist hier. Bald wird der Himmel sich verdunkeln wie ein Sargdeckel, der sich schließt, und dann sind wir mit dem Tod allein. Gott läßt sich durch unsere Dächer nicht täuschen oder durch die Lumpen, die unsere Körper bedecken. Er weiß es: wir sind genauso wie Kojoten; wir sind Raubtiere, Geschöpfe unseres Schicksals und der Umstände, mehr nicht. Gott weiß es, er ist unendlich. Er ist der Sturm, er ist der Erdrutsch, die Typhus verbreitende Mücke. Er ist Gold und er ist unsere Gier nach Gold. Er entscheidet, wen er tötet – wie ein kleines Kind, das wahllos Äste abbricht. Ich bin hier, um Euch zu sagen, daß ich seine Gnade spüre und wie er mich an sich zieht. Ich spüre, daß er kommt – ein Sturm.“

„Was für ein Sturm?“

„Ich werde töten.“

„Hast du schon einmal getötet?“

„Ja.“

„Wen hast du getötet?“

„Einen umherstreifenden Juden, einen jungen Mann, der das ganze Leben noch vor sich hatte.“

„Und du wirst wieder töten? — Was auch immer dich dazu verleiten mag, es gibt immer eine Wahl, glaub mir, mein Sohn.“

„Nicht, wenn Gottes eigene Schwerkraft an einem zieht, so wie den Regen aus dem Himmel. Es passiert einfach, es ist unvermeidlich. — Das ist meine Beichte.“

Klondike, Episode 2


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