Unterfordert zu sein ist eine Variante der Überforderung. Jeder weiß das, kennt das. Malen nach Zahlen, auswendig lernen, dreimal jedes falsch geschriebene Wort schreiben. Anwendung längst verstandenen Krempels in leicht veränderter Konstellation. Pädagogik zwo drei. Hast du sonst nichts zu tun? dachte ich bei meinen idiotischsten Lehrern, und später dann wieder beim Militär. Man wird flachgewalzt in solchen Systemen – meinetwegen gutgemeinten – Lernens und Bestehens. Dagegen wehrt sich das Urvernünftige in uns, das sich schützen muß. Denn dauernd kommt irgendwer und fordert irgendwas, halbwegs legitimiert. Legitimiert durch Macht, Stellung und Befugnis, also aktuelle Wetterlage. Die ändert sich, aber manchmal kann es dauern. Däumchen drehen und Gebete sprechen – dann ist es gesagt, wenigstens das, wenn auch nur fürs erste.
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