Zum Abschluß des Tages einen Kitschfilm gesehen, in dem der Vater seinem Sohn erläutert, daß er ihn von all den üblen Geschichten fernhalten und einen abgekürzten Weg zum Glück habe ermöglichen wollen. Da stehen sie, Sohn und Vater, in einem Raum voller Erinnerungsstücke, die dem Sohn hätten helfen können zu begreifen, wer er ist, indem er wüßte, woher er kommt und was es mit dieser Herkunft auf sich hat. Sie ist ja stets die Quelle, aus der wir schöpfen, ganz gleich wie trübe das Wasser einstmals aus ihr floß. Deshalb auch hinkt die Moderne oder jeder Versuch, das Alte loszuwerden. So einfach ist das nicht getan – nicht mit Abkehr oder Erklärungen. Dem Schlechten muß man sich widmen, auch dem Bösen. Dabei ruhig sein, es sprechen lassen, sogar in sich selbst. Dazu gehört Mut. Geschieht es nicht, bleiben die Toten unbestattet, geistern sie herum und stiften Unsinn. Ja, ich würde das geisterhaft betrachten. Die Ahnen möchten zur Ruhe kommen, wir dürfen sie lassen. Wollen wir das nicht, rumoren sie fort. Und mit dem Wollen ist es nicht getan. Das Ganze ist eine der Hauptaufgaben jeder Kultur, vielleicht ihre schwierigste. Versöhnung hieße das. Es sollte noch bessere Wörter dafür geben, wenngleich von Sühne recht unverhohlen die Rede sein wird. Wer hat sich bei wem zu bedanken – ehrlich oder ironisch oder beides.
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