Vor den Kaufhäusern liegen Obdachlose

Warum nur wirkt vieles, wenn nicht alles, aus der Perspektive dieses Kontinuums namens Gesellschaft (Geselligkeit) derart abgeschmackt, erledigt, abgesprochen, fertig, saucenmäßig angerichtet, öde, überraschungslos, blöde, durchgefummelt, abgestaubt, geplündert, verdorrt, abgewimmelt, weggeschoben, zerrissen, zerrupft, entwertet? Mit den Werten haben sie es hier doch ohne Unterlaß, es wir gepredigt, bis die Schwarte kracht. Politisch sind die Probleme seit langem nicht mehr lösbar, ich gebe das hier zu Protokoll, wir brauchen eine neue Kultur. Sie kann nicht verordnet werden – darf entstehen. (Und später einmal wird auch sie pervertiert werden.) Ich freue mich auf das Kommende und fürchte mich nicht sonderlich. Den Apparatschiks der Sicherheit dagegen mißtraue ich sehr, wenngleich ich ihr Postenhalten gut verstehe. Nach der Krise ist vor der Krise, das System ist so gedacht. Doch nun langsam und Schritt für Schritt. Ich war bereits im übernächsten Jahr, vorstellungsmäßig. Das schickt sich nicht, das bleibt spekulativ. Zur Frage zurück – was macht die Gegenwart so abgefuckt und sinnlos? Daß die Erzählung fehlt; daß wir nicht wissen, wer wir sind; daß wir herumirren und Phrasen dreschen und zu stottern beginnen, wenn man uns fragt, was eigentlich los ist mit uns und was nicht.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Vor den Kaufhäusern liegen Obdachlose

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert