Die Westernfilme hatten besonderen Wert in einer Zeit, in der man an der Vergangenheit und über sie an der Gegenwart irre werden konnte. Daher ihr durchschlagender Erfolg in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, sowohl in den USA, als auch in Europa. Alles, was der Western zeigt, fehlte offenbar: statt endloser Weite gab es beklemmende Enge; statt der Bewegung die Stagnation; statt des Heldentums die Feigheit der unterlassenen Tat. Aus solchem Sumpf zog der Westernfilm und bot klar strukturierte Handlungsoptionen. Dort draußen in der Grassteppe und Mann gegen Mann werden die Dinge einfach und zwingend. Kulturell oder zivilisatorisch verwickelte Konfliktlagen lassen sich, solcherart reduziert, leichter verstehen. Lernen am Modell. Sind wir nicht eigentlich Helden, trauen uns aber leider meistens nicht. Es ist ein Jammer um die Filmhelden, der mich ergreift.
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