Scheiße bauen, um Scheiße zu bauen

Wenn wir als Kinder etwas „ausgefressen“ hatten, wußten wir es. Ob wir damit durchkommen würden, müßte sich zeigen. Aber wir wußten, daß es unerlaubt war – und taten es exakt deshalb. Wäre es erlaubt gewesen, bestünde keinerlei Reiz. Das Verbot wertete unsere kleinen Vergehen auf. In diesen Vergehen lagen Lust und Qual nebeneinander und redeten auf mich ein. In der fünften Klasse lernte ich das Stehlen (Mutprobe) und schämte mich und schäme mich noch. Es war ein Süßigkeitengeschäft, ich stahl ein paar Kaugummis. Es war nicht recht. Die Besitzerin war eine alte Frau, ich erinnere mich sogar ihres Namens. Hinter dem Vorhang saß ihr Mann und überwachte den kleinen Laden. Ihn galt es zu besiegen, nicht sie. Draußen lärmten wir nach bestandener Probe wie die Idioten.


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