Früher hatte ich einen untrüglichen Instinkt für Städte – ich wußte oder witterte, wo es interessant für mich wäre. Ich denke, daß ich ihn nicht verloren habe. Nur suche ich jetzt anders. Früher suchte ich die Orte, die sich nicht dem Kommerz und der Verwertung ergeben hatten, und fand sie. Oasen inmitten der Wüstenei. Andere Farben, andere Formen, man sah es von weit. Meist waren es Cafés, manchmal Veranstaltungsorte, es gab ein Wort dafür: Szene. (Das Interessante und bisher Verschwiegene daran breitete sich über die Stadtmagazine aus und sorgte für Zulauf und eine winzige Idee von Profit, anfänglich.) Gehe ich heute entlang einer Bauwagenkolonie, befällt mich Traurigkeit – denn sie wird geräumt werden und die Bewohner von dort vertrieben. Wem gehört die Stadt? Andererseits ist das Jetzt und Hier eine entscheidende Größe, denn in ihr findet das eigentliche Leben statt, als Ereignis. Später wird es zu Erinnerung und nachgewürzt. Nichts kann bleiben, denn bliebe es ewig, müßte man Mörder schicken.
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