Kurz vor vier, Zeit zu schlafen

Freiheit wird zuweilen als etwas Frivoles angesehen, als Mißbrauch von Möglichkeiten, als eine Caprice (Laune, Willkür, Liebhaberei). Wer Freiheit nicht versteht, soll sie sich nehmen lassen. Sodann wird sichtbar werden, was sie ist, was sie war. Sie limitiert die Zugriffsmöglichkeiten der Gesellschaft auf den Einzelnen und begründet die relative Unabhängigkeit des mündigen Subjekts. Ohne Freiheit werden wir zu Bütteln des jeweils herrschenden Klüngels und haben nur noch Ja-sage-Pflicht. Selbstverständlich käme das den jeweiligen Mächten zugute. Die institutionell gewährte Freiheit ist eine gegebene, es gibt aber auch eine aktiv fordernde. Sie zu stärken ist wichtig. Im Gehorsam sind die Leute gut, dazu werden sie erzogen. Daran ändert das Multi- oder Pluriversum der Medien nichts. Gefolgschaft oder Zugehörigkeit erscheinen als die positiven Werte innerhalb von Krise, Angst und Ängstlichkeit. Nur die Freien bekommen noch Luft, die anderen japsen und röcheln und machen die halbe Welt verrückt. In Deutschland wird Freiheit nicht unabhängig von anderen Bestimmungsgrößen gesetzt werden können. Man wird sie an die Verantwortung zu binden versuchen – womit sich leben läßt. Verantwortung enthält Antwort. Wie lautet die Frage?


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Kurz vor vier, Zeit zu schlafen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert