Mir ist oft, als zerschellte ich an meterhohem kalten Schweigen. Nichts regt sich, niemand zeigt sich. Vielleicht hält man mich für seltsam, im Sinne von absonderlich. So wäre ich der, der sich absondert, oder der, der abgesondert wird. Offenbar eine Rollenbeschreibung. Ob auferlegt oder selbstgewählt – wer will das, nachdem sie sich etabliert hat, herausbekommen. Ich bin meist dann froh, wenn ich aus ihr herausfinde, und fühle mich immer dann zuhaus, wenn ich in sie einkehre wie in ein sicheres Versteck. Ich bin nicht nur anderen, ich bin auch mir selbst zuviel. Zugleich bin ich reich in mir und kann davon zehren. Manchmal sitze ich herum und denke an fast nichts oder verliere ich mich im Geschmiere an einer Hauswand gegenüber. Da hat sich jemand vollbracht. Als ich vorhin ein Café betreten wollte und sie dort die sogenannte 2G-Regel einforderten, obschon die seit einer Woche nicht mehr gilt, ging ich wieder hinaus. Dann eben nicht, sagte ich. Auf der Straße war mir kurz, als müsse ich schluchzen, und es wäre nicht falsch gewesen, es zu tun.
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