Der kleine Schuljunge

Putin beim Papst. Er steht vor dem Schreibtisch wie ein ungezogener Schuljunge und wartet auf das Zeichen des Schulleiters, sich setzen zu dürfen. Auf dem Tisch das aufgeschlagene Klassenbuch, in dem die Regelverstöße verzeichnet sind, die dem Jungen vorgeworfen werden. Man schiebt ihm schnell noch einen kleinen Schreibblock mit Stift zu, damit er sich gegebenenfalls Notizen machen kann. Der leere weiße Notizblock neben dem riesigen aufgeschlagenen Buch, in dem alle Vergehen aller Sünder dieser großen Schule eingetragen sind. Der Schulleiter beginnt zu sprechen. Nach einiger Zeit ist das Gespräch beendet. Zum Abschied ein Händedruck und mahnende Worte. Ein sehr eindringlicher Blick des Direktors. Artig nickt der kleine Junge, der draußen vermutlich fluchen wird, nachdem er endlich aus dieser unangenehmen Situation entlassen ist. Draußen warten die Seinen, die auf einen Wink von ihm alles tun würden. Mit ihnen fährt er zurück, dorthin, wo sie das Sagen haben. Wie viele Divisionen hat der Papst? soll Stalin gesagt haben. Die benötigt er nicht, hätte jemand antworten sollen. Schöne Belehrung über Autorität und Macht.


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