Wenn ich sogenannten Liebesszenen in Spielfilmen sehe, haben solche Sequenzen meist etwas Gewaltsames oder Erzwungenes. Körper fallen übereinander her, Akteure spielen Verdurstende. Sodann geschieht das Folgende in rasender Geschwindigkeit: Klamotten vom Leib, weggeboxte Schuhe, aufgerissene Hemden, schlangenhaftes Entgleiten der gelösten Gürtel, die Griffe hierhin und dorthin, der anschließende Ringkampf, Liebestaumel genannt, Leidenschaft entfachend oder bereits darstellend, der Fall oder Sturz in die Horizontale, Stöhnen und Hecheln, Anfeuerungslaute, anschließend die Erlösung. Selten sehe ich die Scheu und das Widerstreitende, auch die Furcht vor derlei Gewalt. Liebe ist ein Gewaltsames oder kann es sein. Niemand bei Verstand läßt sich ohne weiteres auf derartiges ein. Allerdings muß man wohl.
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