Einladung ins Nichts

Politik tritt erpresserisch auf und verlangt volles Recht und deshalb auch ungeteilte Aufmerksamkeit. Zwei Jahre habe ich mich mitgedreht zur Pandemie-Polka und getanzt, bis die Füße qualmten. Ab und an habe ich Pause gemacht, den Tanzsaal verlassen, frische Luft geschnappt draußen auf den Gängen und unter Bäumen in den verbotenen Parks. Das Virus hat mich mäßig interessiert, stattdessen erteilte das Leben mir einen Lehrgang in Medienkompetenz und Verhaltensforschung. Ich bin noch nicht genesen. Ein paar neuere Begriffe verstehe ich mittlerweile von allen Seiten: framing und wording und allseits das Narrativ. Plötzlich gibt es wieder Geheimwissen. Tabus werden gehütet wie Schätze. Nichts Neues unter der Sonne, könnte man sagen. Doch all dies in einer aufgeklärten Gesellschaft unter Maßgabe von Wissenschaft und Rationalität. Der Aberglaube tritt seltsame Triumphzüge an. Damit hätte nicht einmal ich gerechnet, und ich halte (eigentlich) jederzeit jeden Irrsinn für möglich. Das zu meiner Entschuldigung. Nun weiter nach vorn, neuen Großtaten entgegen. Wer wird der nächste Feind, wo versteckt sich das nächste Großereignis. Gott, wie einfach es wäre, Zyniker zu werden.


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